Zum Weltpoesietag (21.03.)
Die Brillen (C. Morgenstern)
Korf liest gerne schnell und viel,
darum widert ihn das Spiel
all des zwölfmal Unerbetnen,
Ausgewalzten, Breitgetretnen.
Meistens ist in sechs bis acht
Silben völlig klargemacht,
und in ebensoviel Sätzen
lässt sich Bandwurmweisheit schwätzen.
Es erfindet drum sein Geist
etwas, was ihn dem entreißt:
Brillen, deren Energien
ihm den Text zusammenziehen!
Beispielsweise dies Gedicht
läse, so bebrillt, man - n i c h t !
Dreiundsechzig seinesgleichen
gäben erst - ein – Fragezeichen!
Die Berliner Erklärung gegen den Krieg
… ist idealistisch nicht im negativen Sinne - viele Künstler- und PolitikerInnen, sonstige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und zivilgesellschaftliche Organisationen bürgen für das Gewicht des Aufrufs gegen Rüstungsproduktion, -lobbyismus und -exporte, gegen Militarismus und Imperialismus. Für die Aufklärung der Verbrechen in den derzeitigen Kriegen! Nie wieder Krieg! Unterzeichnet werden kann die Erklärung unter http://www.berlin-gegen-krieg.de/.
Das Trauerspiel von Afghanistan (Th. Fontane, 1858)
Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,
Ein Reiter vor Dschellalabad hält,
„Wer da!“ – „Ein britischer Reitersmann,
Bringe Botschaft aus Afghanistan.“
Afghanistan! er sprach es so matt;
Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt,
Sir Robert Sale, der Commandant,
Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.
Sie führen in’s steinerne Wachthaus ihn,
Sie setzen ihn nieder an den Kamin,
Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht,
Er athmet hoch auf und dankt und spricht:
„Wir waren dreizehntausend Mann,
Von Cabul unser Zug begann,
Soldaten, Führer, Weib und Kind,
Erstarrt, erschlagen, verrathen sind.
„Zersprengt ist unser ganzes Heer,
Was lebt, irrt draußen in Nacht umher,
Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt,
Seht zu, ob den Rest ihr retten könnt.“
Sir Robert stieg auf den Festungswall,
Offiziere, Soldaten folgten ihm all’,
Sir Robert sprach: „Der Schnee fällt dicht,
Die uns suchen, sie können uns finden nicht.
„Sie irren wie Blinde und sind uns so nah,
So laßt sie’s h ö r e n, daß wir da,
Stimmt an ein Lied von Heimath und Haus,
Trompeter, blas’t in die Nacht hinaus!“
Da huben sie an und sie wurden’s nicht müd’,
Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied,
Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang,
Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.
Sie bliesen die Nacht und über den Tag,
Laut, wie nur die Liebe rufen mag,
Sie bliesen – es kam die zweite Nacht,
Umsonst, daß ihr ruft, umsonst, daß ihr wacht.
Die hören sollen, sie hören nicht mehr,
Vernichtet ist das ganze Heer,
Mit dreizehntausend der Zug begann,
E i n e r kam heim aus Afghanistan.
Neiddebatte
Freitag, 29. Januar 2010, 02:35 Uhr
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zitiert
“Also ich weiß ja nicht, wie Sie das sehen: Aber ich seh eine andere Neiddebatte. Dass diejenigen, die oft nicht mehr wissen, wohin mit ihrem Geld, den Schwächeren nicht einmal mehr die Krümel und Brosamen gönnen. Die tönen dann vollmundig, man müsse denen die letzten Hilfen kürzen, um sie zu motivieren.
Und ist ihnen schon aufgefallen, dass es für diese Leute offenbar zwei unterschiedliche Menschenschläge gibt? Nehmen wir die Gehälter der Spitzenverdiener, der Manager, der Banker oder von wem auch immer, Gehälter, die in den letzten Jahren stetig um 10, 20 Prozent gewachsen sind. Wie hat man das denn argumentiert? Na, in den Fällen sagt man, man muss denen Spitzengehälter zahlen, weil man sie ja zu Spitzenleistungen motivieren will. Bei den Niedrigverdienern und den Empfängern staatlicher Hilfen argumentiert man aber genau andersrum: denen muss man, so wird empfohlen, die Einkommen kürzen, um sie zu motivieren. Die einen kann man offenbar nur motivieren, wenn man Geld auf sie regnen lässt, die anderen nur, indem man ihnen noch die letzten Cents wegkürzt.
Das ist die wirkliche Neiddebatte! Lassen Sie sich von niemandem das Gegenteil einreden.”
(geklaut von Robert Misik; kompletter Text unter http://www.misik.at/sonstige/gegen-die-ego-gesellschaft.php#more)
Cuenca-Projekt gegen Kinderarmut in Ecuador
Das in Osnabrück beheimatete Projekt „Cuenca-El Arenal“ bekämpft Kinderarmut in der ecuadorianischen Stadt Cuenca. Unterstützen kann mensch es aber nicht nur durch Spenden - wer beim Online-Versandhaus amazon.de einkaufen möchte, sollte künftig über folgenden Link dorthin surfen: www.fragenbaer.de/cuenca/cuenca.html Denn auf diese Weise erhält der Verein der Freunde Cuenca e.V. 5% des Kaufpreises als Spende von amazon.de! Alle Informationen zum Projekt unter www.fragenbaer.de/cuenca/cuenca.html.